Autor: Jessica

  • My body, my choice

    Ich steige in den Bus ein.

    Mein Lieblingsplatz, Fensterseite. 

    Doch irgend so ein Random ruft “Schlampe!”.

    So wie immer – die alte Leier.

    Der Rock ist zu kurz, mein Gesicht zu frech.

    Mein Körper wird Sprache, deinem Urteil gerecht.

    Ü-50-jährige weiße Säcke, die uns belehren,

    wie wir Frauen uns zu benehmen haben. 

    Aber Thomas Gottschalk? 

    Der weiß es am Besten.

    „Frauen rein dienstlich“ anfassen?

    Ach das wird schon passen!

    „Not all men“, höre ich die Menschen sagen.

    Doch schau mal genau hin!

    All women haben Angst und

    die gleichen Geschichten im Sinn. 

    Ein Spaziergang bei Nacht,

    doch der Schlüssel zwischen den Fingern in der Hand,

    und die Angst als ständiger Begleiter, 

    dass dein Leben an der nächsten Ecke verbrannt. 

    „Was hatte sie an?“,

    höre ich meist Männer fragen

    Doch was spielt das für eine Rolle?

    Die, die das sagen, sollte man anklagen!

    Und Merz, der Mann ohne Herz,

    erzählt, wie wir uns zu verhalten haben. 

    Ist das ein schlechter Scherz?!

    In meinem Ohr klingt das einfach nur nach Schmerz!

    Frauen gehören an den Herd.

    Und Männer dürfen nicht weinen.

    Diese gesellschaftlichen Rollen gehören abgeschafft!

    Lasst uns gemeinsam weinen und gemeinsam kochen. 

    Ja ich schreie es so laut, dass die Wände wackeln:

    „Sie hat nicht nein gesagt“ ist auch kein Konsens!

    Und „nein“ heißt „NEIN“ keine Debatte!

    Grüße auch hier an den Herrn mit schlechter Frisur und Krawatte. 

    Sollen deine Töchter von blauer Politik unterdrückt werden?

    Und wäre deine Mutter wirklich stolz auf das, was du hier mit uns tust?

    Obwohl?

    „Echte Männer sind rechts. Und echte Männer wollen echte Frauen.“

    Lasst uns die Genderfarben verblassen.

    Rosa und Blau sprengen das Bild 

    und füllen die Massen. 

    Verhütung? 

    Unsere Sache,

    denn ohne Kondom ist es für dich am Besten. 

    Abtreibung? 

    Ein Menschenrecht 

    und du musst es nicht vermissen. 

    „Gute Mädchen sparen sich auf.“

    Aber für wen? Für was? Für die Schublade, die keiner mehr braucht? 

    Für das „Schlüssel-Schloss-Prinzip“? 

    Ach halt deine Fresse!

    My body! 

    My choice!

    Mein Leben!

    Mein Plan!

    Ich baue mir selbst einen Tresor.

    Für meine ständige Angst 

    und mein herzzerbrechendes Leid. 

    Ich gehe meinen Weg,

    egal welcher Mann mir entgegenfährt. 

    Denn die Freiheit, die du mir schenkst, ist ein Käfig.

    Sie gehört aber mir, solange mein Herz für mich schlägt!

    Ob in Kunst, Politik oder im Bus,

    oft ein ungewollter Kuss. 

    Durch Rammstein mit der Row Zero

    und Merz Nonsens über Konsens

    frage ich mich: „Is my body really my choice?“